Für uns geht es weiter Richtung Santa Cruz auf Teneriffa. Hier haben wir uns einen Liegeplatz im Hafen reserviert. Für die Fahrt nach Teneriffa benötigen wir gute 24 Stunden. Mit bis zu 32 Knoten Wind von schräg vorne ist dies ein ziemlich sportlicher Segeltag. Amwind Kurse sind für die Seven jedoch keine große Sache, selbst mit gerefften Segeln kann man das Steuer beinahe loslassen und das Boot fährt wie auf Schienen geradeaus. Kurz vor der Küste Teneriffas bemerken wir zwei große dunkle Tiere, nur einige Meter von uns entfernt. Wir vermuten Orcas, genau können wir jedoch nicht sagen, dafür konnten wir sie nicht lange genug beobachten.
Santa Cruz ist ein beliebter Ausgangshafen für Atlantiküberquerer und bietet uns die Möglichkeit für letzte Vorbereitungen sowie einen Großeinkauf. Hier begegnen wir auch wieder einigen Seglernfreunden, die ebenfalls den Atlantik überqueren wollen und so haben wir einen regen Austausch über den gemeinsamen Plan.
Bevor wir uns den letzten Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung widmen, treffen wir uns nochmal mit Michas Eltern auf Cran Canaria. Die beiden haben für ein paar Tage ein Appartement in Playa del Ingles auf Cran Canaria gemietet. Da zur gleichen Zeit auch die diesjährige ARC (Atlantic Rally for Cruisers) ab Las Palmas startet, sind alle möglichen Häfen auf der Insel restlos ausgebucht. Glücklicherweise gibt es jedoch eine direkte Fährverbindung. Direkt hinter uns im Hafen von Santa Cruz ist das Fähr- und Kreuzfahrtterminal. Die Fahrt mit der Schnellfähre dauert nur eine Stunde und man ist in Las Palmas auf Cran Canaria. Eine weitere Stunde Busfahrt, bis Playa del Ingles und schon sind die vier Siebens wieder zusammen. Das letzte Mal haben wir uns im Mai 2024 in Griechenland gesehen. Wir freuen uns also auf ein paar schöne Urlaubstage mit der Familie. Die beiden bringen uns auch wieder einiges aus Deutschland mit. Wir wissen schon gar nicht mehr genau, was wir in den letzten Wochen alles nach Deutschland bestellt haben, das Auspacken fühlt sich also ein bisschen an wie Weihnachten. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank Ihr beiden, für den zusätzlichen Koffer voll mit unserem Bootskram.
Die Tage zu viert genießen wir mit entspannten Wanderungen am Strand, heißen Duellen beim Minigolf, leckerem Essen sowie auch faule Stunden am Pool. Auch ein Abend in der Kölsch Kneipe darf natürlich nicht fehlen 😊
Leider endet auch diese Zeit schon wieder viel zu schnell und wir müssen zurück nach Teneriffa. Brigitte und Hans Peter genießen noch ein paar Tage Urlaub, bevor es dann ebenfalls zurück nach Deutschland geht.
Zurück in Teneriffa beginnen die letzten Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung. Insbesondere heißt das für uns einkaufen, einkaufen und noch mehr einkaufen. Oder besser gesagt Proviantieren. Zum einen für die Wochen der Atlantiküberquerung und auch für die Zeit in der Karibik. Die vielen Einkäufe in unserem Boot zu verstauen hat einen ganzen Tag gedauert und war ein bisschen wie Tetris spielen. Einige Gerichte kochen wir schon vor, so könne wir an rauen Tagen einfach etwas auftauen.
Auch ein letzter Rigg-Check steht noch an. Es ist zwar in Almerimar am spanischen Festland alles kontrolliert worden, aber sicher ist sicher. Also klettert Micha nochmal bis hoch in den Mast und prüft alle Verbindungen zum Mast. Bei der Gelegenheit wird auch noch ein zusätzlicher Umlenkblock samt Fall (Fall = Leine die vom Mast runter kommt) angebracht.
Bevor wir losfahren, haben sich noch Freunde aus Deutschland angekündigt. Inge und Michael sowie Anja und Jürgen machen eine Kreuzfahrt mit „Mein Schiff 5“ was zufälligerweise in Santa Cruz liegt. Es war schön, euch nochmal zu sehen. Ein besonderer Dank geht an Michael, der uns wahrscheinlich bis in den Pazifik mit Dosenwurst vom heimischen Metzger versorgt hat. Großartig !